Die jüdische Gemeinde in Barcelona – eine lange Geschichte
Espana | 1 November 2008 | 16:24Im Mittelalter, also vom 11. Jahrhundert bis in das 13. Jahrhundert hinein, waren die Juden in Barcelona führend was den Handel und die Kultur betraf. Hier wurden die ersten Schulen gegründet und eine Art Universität entstand. Außerdem versorgten Sie die Stadt mit Ärzten. Im Jahre 1243 jedoch wurden Sie gezwungen in das Ghetto El Call zu ziehen, als eine Welle heftigen Antisemitismus über die Stadt einbrach. Zu diesem Zeitpunkt waren bereis 354 Jahre vergangen, seit die jüdische Gemeinde in Barcelona gegründet und zum ersten Mal dokumentiert worden war. Angeblich zum Schutz der jüdischen Bevölkerung hatte das Ghetto nur einen einzigen Eingang, der zum Placa de Sant Jaume führte. Man ließ die Juden hohe Steuern zahlen und der König sah die Juden als seine Leibeigenen an. Allerdings gestand man ihnen das Alleinrecht an Barcelonas Handel mit Nordafrika zu. Offizielle Progrome der Bevölkerung führten zur Auflösung des Ghettos. Das geschah im Jahr 1401 und 91 Jahre später wurde das Judentum in Spanien verboten und man jagte die Juden ganz und gar aus dem Land. Einst befanden sich drei Synagogen in Barcelona. Die größte befand sich am Carrer Sant Domenec del Call, aber hier sind nur noch die Grundsteine übrig geblieben. Auf einer hebräischen Schrifttafel aus dem 14. Jahrhundert, die in der Hauswand von Carrer de Marlet Nr. 1 eingelassen ist, steht folgender Text: “Heilige Spende des Rabbi Samuel Hassardi, für den das Leben niemals endet.”
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